Hinweis: Dieser Beitrag ist rein informativ und ersetzt keinen medizinischen Rat. Für eine kompetente Beratung wende dich an die Ärztin oder den Arzt deines Vertrauens.

Die meisten meiner Leserinnen und Leser kennen bereits zwei Formen der Erdung. Eine dritte Form kannte ich zugegebenermaßen seit 5 Jahren, hatte jedoch nie den Impuls, sie zu verfolgen. Mehr noch: Ich dachte, es ist totaler Hokuspokus. Aber ich schweife ab. Lass uns erstmal über die beiden bekannteren Formen der Erdung sprechen. Doch bevor wir beginnen, lass uns zunächst ein Thema aus dem Weg räumen.


Was hat dieses Thema in meinem Blog zu suchen? 😅

Berechtigte Frage – geht es doch hier eigentlich um Tipps fürs Musizieren, oder? Nicht nur – in meinem Blog geht es oft um Inspiration, darum, neue Perspektiven kennenzulernen oder diese sogar probehalber einzunehmen. Dieser Beitrag ist ein Beispiel davon; er fällt in die Kategorie »möglichst viele Menschen sollten darüber erfahren«. Und da ich dir, liebe Leserin, lieber Leser, nur das allerbeste wünsche, möchte ich dir davon berichten, dass es so etwas gibt. Ich weiß, ich hätte mich auch darüber gefreut. Wenn du etwas mit den Informationen hier anfangen kannst, dir vielleicht den Dokumentarfilm anschauen möchtest (unten verlinkt), dann hat dieser Beitrag seinen Zweck erfüllt.


Die bekannteren Formen der Erdung

Viele Menschen kennen die sogenannte innere Erdung. »Ich fühle mich geerdet« – schon dieser Satz klingt für manche nach Hokuspokus und manche andere Menschen können direkt etwas damit anfangen. Wir fühlen uns innerlich geerdet, wenn wir uns ruhig und gelassen fühlen. Dieses Gefühl ist natürlich subjektiv, und was den einen erdet, könnte den anderen wahnsinnig machen. 😅Manche lieben dafür Meditation oder Yoga, manche andere lesen lieber ein Buch. So oder so, können wir glaube ich einverstanden sein, dass wir alle Ruhe und Entspannung brauchen, und diese kann auch als Erdung bezeichnet werden.

Interessant wird es dann, wenn wir uns den zweiten Aspekt von Erdung anschauen: die körperliche Erdung. Um jetzt am Beispiel vom Buch lesen zu bleiben: Wir können durchaus in unserem Lieblingssessel sitzen und das Buch in der Hand halten, und uns gleichzeitig körperlich angespannt fühlen. Das heißt, wir können auch auf körperlicher Eben eine Erdung herstellen, die (wie ich schon verrate) in die Entspannung führen kann. Dazu lass uns mal kurz unseren Urururururgroßeltern einen Besuch abstatten...


Unsere evolutionsbedingte Beziehung zum Boden

Der Boden spielt eine wichtige Rolle bei unserer Entwicklung als Säuglinge – nicht umsonst ist das Gehen quasi das Einzige, das man einem Kind nicht beibringen muss. Es lernt ganz natürlich von selbst, indem es den Boden verwendet, sich fortzubewegen. Am Anfang ist die Fortbewegung begrenzt auf die Drehung, nach und nach weitet das Kind seinen Bewegungsraum und beginnt zu krabbeln. So werden seine Muskeln ausgebildet. Schließlich, und immer nur in Kooperation mit dem Boden, lernt das Kind gehen.

Als Menschen haben wir also dank des Bodens evolutionsbedingt gelernt, auf unseren »Hinterbeinen« zu stehen und daher die vorderen Extremitäten für alles Mögliche zu nutzen: Waffen bauen, Feuer machen, Obst von den Bäumen pflücken, aber auch Malen, Schreiben, Tanzen (das natürlich auch auf den Hinterbeinen) und Instrumente spielen.

Wir können sagen, unser Nervensystem ist auf den Boden gepolt. Der Boden ist die Quelle der Fortbewegung und der Entwicklung unserer Fähigkeiten, der Boden gibt jedoch natürlich auch das Gefühl von »Heimat«, von Ankommen. Erst im Liegen (wenn die Fläche des Bodens also besonders groß ist, die unseren Körper berührt) können wir wirklich entspannt schlafen. Sitzen ist bekanntlich auch entspannter als Stehen.

Vielleicht kennst du das ja, dass du körperlich hochgezogen bist, vielleicht nicht einmal auf das Musizieren bezogen, und du dich hinsetzt oder auf den Boden legst und dann alles »runterkommen« kann. Das ist mit körperlicher Erdung gemeint – das Nervensystem kann sich entspannen, wenn es im Kontakt mit dem Boden ist.


Musizieren und Bodenkontakt

Konkret können wir hier auch gern den Bogen zum Musizieren spannen. Wie oben beschrieben, verwenden wir meistens unsere »Vorderbeine« fürs Musizieren. Dafür braucht es natürlich einen guten Halt oder Kontakt zum Boden herzustellen. Erst dann sind wir oben flexibel und frei, erst dann haben wir die Möglichkeit, unsere Bewegungen auf feinste Art und Weise zu dosieren, je nach dem, wie es unser Klang braucht. Je klarer der Kontakt zum Boden ist, desto freier werden wir im Oberkörper sein.


Die dritte Form der Erdung: elektromagnetische Erdung

Erdung ist ja vielleicht noch bekannt aus dem Physikunterricht. Erdung bezeichnet man verschiedene »Maßnahmen zur Ableitung von elektrischen Strömen in den Erdboden« (Wikipedia). Das heißt, dass beispielsweise Menschen oder Tiere vor hoher Berührungsspannung geschützt oder elektrische Einrichtungen auf sicherer Art und Weise betrieben werden sollen. Mehr Informationen gibt es natürlich reichlich im Internet, und da das hier ein Blog für Musikerinnen und Musiker ist, werde ich nicht näher in das Thema einsteigen, sondern direkt zum Punkt kommen, warum das hier relevant ist. Wir können, glaube ich, einverstanden sein, dass die Erde ein elektromagnetisches Feld ist und wir als Menschen auch elektromagnetische Wesen sind, Menschen (und Tiere) können ja den Strom leiten. Deshalb ist es auch wichtig, sie vor zu hoher Spannung zu schützen. Doch selbst im Inneren des Menschen »läuft der Strom weiter«: Neuronale Kommunikation basiert auf elektrischen Impulsen. Strom ist unser Leben.

Jetzt ist es so, dass wir in unserem Alltag quasi gar nicht mehr in körperlicher Berührung kommen mit dem elektromagnetischen Feld der Erde: Wir laufen auf Schuhen in (meistens) Gummisohlen, und verbringen an sich sehr wenig Zeit in der Natur – und gleichzeitig gibt es in vielen von uns eine große Sehnsucht nach genau diesem Kontakt mit der Natur. Clinton Ober, ein Mann aus den Vereinigten Staaten von Amerika, entdeckte, dass diese Sehnsucht auch daher rühren könnte, diesen elektromagnetischen Kontakt zur Erde wiederherzustellen.

Nach einer längeren Krankheit begann er an diesem Thema zu forschen und sah seine Vermutungen bestätigt: Die Tatsache, dass er sich in die Lage versetzte, öfters und auch längeren Hautkontakt zur Erde zu haben, machte einen Unterschied in seiner Gesundheit. Damit ging er an die Öffentlichkeit – und die Wissenschaft hat ihm Jahre später Recht gegeben. Hier ist eine Liste von wissenschaftlichen Studien, die sich mit dem Thema Erdung und seinem Effekt auf den Menschen befassen. Damit ist es meiner Meinung nach eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre.


Filmempfehlung

Durch Zufall entdeckte ich vor einigen Monaten auf YouTube den Dokumentarfilm einer jungen Mutter. Sowohl sie als auch ihr Kind waren chronisch erkrankt. Für sich selbst hatte sie sich mittlerweile abgefunden, mit ihrer chronischen Erkrankung zu leben. Doch für ihr Kind war sie noch lange nicht bereit, aufzugeben. Sie versuchte alles, was ihrer Tochter ein gesundes Leben ermöglichen sollte, und stieß dabei auf Obers Buch Earthing: The Most Important Health Discovery Ever!, in der deutschen Version Earthing - Heilendes Erden. Sie ging der Sache auf den Grund und setzte sich mit Ober in Kontakt. Sie beschloss, den Prozess zu filmen und Herrn Ober und andere Wissenschaftler in den Film mit einzubeziehen. Sie nutzte ihr Talent, um diese Information an möglichst viele Menschen zu bringen. Sie produzierte den Dokumentarfilm und stellte ihn kostenlos auf YouTube rein – ohne Werbung. In den letzten zwei Jahren haben über 3,5 Millionen Zuschauer diesen Film gesehen. Hier entlang zum Film The Earthing Movie: The Remarkable Science of Grounding. Er ist 75 Minuten lang und extrem spannend. Du bildest dir deine eigene Meinung – ich möchte ihn hier einfach mal empfohlen haben.


Wie du Erdung sofort ausprobieren kannst

Ganz einfach: barfuß im Gras laufen, oder im Sand, etc. Überall da, wo du mit der Erde in Berührung kommen kannst. Mir tut es ja immer gut, ins Grüne zu fahren; nach dem Film habe ich aber noch einmal verstanden, warum. Ich habe meine Barfuß-Zeit diesen Sommer erhöht und es hat mir sehr gut getan.

Ich fand den Film an sich faszinierend – ich liebe es, Dinge zu entdecken, die noch nicht viele wissen. Auch deshalb wollte ich hier darüber schreiben. Ich habe mir erstmal ein paar Produkte bestellt und befinde mich zur Zeit in meiner persönlichen Testphase. Ich kann ja bei Gelegenheit einen Bericht hinzufügen, wenn ich soweit bin, etwas dazu zu teilen.

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken!



Lerne die Resonanzlehre in einem praktischen Workshop kennen



Vorheriger Beitrag