Mein Onlinebusiness wächst und ich gleich mit, ich bringe mein Buch heraus und erlebe zum ersten Mal, was es bedeutet, von einer großen, wertschätzenden Community aufgefangen zu werden. Dieses Jahr stand im Stern des Buchs, obgleich ich erst im September so richtig damit losgelegt habe. Frau C zwang mich in einen derartigen Fokus, dass es verrückt ist, wie viel dabei herausgekommen ist. Mein Team hat mich dabei unterstützt – denn alleine machen ist so 2018! 😅


Das Onlinebusiness ist Realität geworden

Während ich 2019 als Experiment betrachtet hatte, was Onlinebusiness angeht, bin ich 2020 voll eingestiegen – ich wollte es wirklich wissen. Schon Jahre hatte ich davon geträumt, ortsunabhängig zu arbeiten – doch nicht etwa, weil ich ganz viel reisen wollte, nein. Mein Grund ist, dass ich immer weniger reisen wollte, vielleicht auch mal lange Zeiten in Spanien bei meiner Familie verbringen und von dort aus arbeiten. 2019 war ich mit Sigrun gestartet und war bereits im Herbst 2019 aufs Ganze gegangen, indem ich mich bei ihrem Programm MOMENTUM angemeldet hatte. Für Anfang 2020 war der Launch meines ersten Online Flow-Seminars geplant: mein erster richtiger Onlinekurs.

Dafür musste ich zunächst das Seminarhaus stornieren, das bereits seit Ende 2018 für den Juni 2020 reserviert war: Alles nur noch Online planen, ohne zu wissen, ob ich genügend Anmeldungen bekommen würde. 😱 Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus, welche sich später, wie wir dann alle leider feststellen mussten, als ein wahrer Glücksgriff darstellte. Denn abgesagt hätte ich den Workshop so oder so.

Das Jahr 2019 stand unter dem Stern »Unterstützung holen« und 2020 habe ich mir mehr Unterstützung geholt als zuvor. Ich habe mit insgesamt 6 unterschiedliche Dienstleisterinnen gearbeitet, die alle etwas anderes im Backoffice für mich gemacht haben. Manche Zusammenarbeiten waren weniger glücklich als manche andere, doch eines ist gewiss: Ohne diese Frauen, die mich unterstützt haben, wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin.

Als Teil von Sigruns Programm wurde ich in eine sogenannte Mastermind Gruppe eingeteilt, die auch erheblich daran beteiligt war, dass 2020 mein bisher bestes Jahr wurde. Als Mastermind Gruppe trifft man sich zu fünft oder sechst einmal in der Woche zu einem festen Termin, um sich über Fragen oder aktuelle Themen auszutauschen. Meine allererste Mastermind Gruppe im Herbst 2019 hatte mir nichts gebracht – hingegen wurde diese Gruppe immer mehr zu einem festen Bestandteil meiner Woche, um mich mit den anderen auszutauschen, und meinem Rettungsring, wenn mal etwas nicht funktionierte oder ich Fragen hatte.


Das Jahr, in dem ich mich vor der Kamera entspannte

Wann immer ich 2019 Leute fragte, was ich als nächstes tun sollte in meinem Unternehmen, rieten mir alle dazu, Videos zu machen: Webinare, Facebook-Lives, kurze Videos, Storys auf Instagram, you name it. Ich muss gestehen: Ganz, ganz lange traute ich mich das nicht, genau genommen das gesamte Jahr 2019. Das sollte 2020 anders werden. Um mein Online Flow-Seminar zu launchen, entschied ich mich dazu, doch den Sprung zu wagen und zum ersten Mal ein richtiges einstündiges Webinar zu geben. Das fand dann am 18. Februar statt, mit ca. 80 Teilnehmer:innen. War das aufregend!! Zum allerersten Mal vor der Kamera zu stehen, mit den Leuten zu interagieren... ich hatte teilweise gar keine Ahnung, was ich da mache, aber eines wusste ich: Ich kann unterrichten, und ein Webinar ist nichts als eine Unterrichtsstunde. Es kam so viel Begeisterung zurück, so viele Leute bedankten sich! Das Webinar gab ich auf Zoom und damals war das für viele das erste Mal mit diesem Tool. In meinen vorbereitenden Webinar E-Mails musste ich jedes Mal Anleitungen beifügen, wie man als Musiker:in an einem Zoom-Webinar teilnimmt. Ja genau – das, was für die meisten mittlerweile total geläufig ist... So ändern sich die Dinge in kurzer Zeit.

Das bin ich bei meinem vierten Webinar des Jahres, dem berühmten »Üben-Webinar: Wie du MIT statt GEGEN deinen Körper musizierst« vom 27. August

Als im März klar wurde, dass Frau C näher rückt, gab ich ein spontanes Facebook-Live (wieder ein erstes Mal) darüber, wie man seine Instrumental- und Gesangsschüler:innen Online unterrichtet. Ich fühlte einen starken Impuls, der Musiker-Community mit meinem Know-How zur Seite zu stehen. Das Live wurde innerhalb von wenigen Tagen über 3.000 Mal aufgerufen, und war auch der Start für meine Facebook-Gruppe: Die HERZLICHE Support-Gruppe für Berufsmusiker:innen. Dort tauschen sich seit März 2020 insgesamt 500 Berufsmusiker:innen über alle relevanten Themen zum Onlineunterricht aus und darüber hinaus. Ich hatte schon gesehen, was für Töne in anderen Facebook-Gruppen angestimmt wurden und fand, das geht auch anders. Ich wollte eine wertschätzende Community schaffen, einen Ort, in dem sich die Kolleg:innen sogar entspannen konnten. Ich bekomme das ganz oft zu hören von den Mitgliedern der Gruppe, dass es genau so geworden ist, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Im Sommer nahm ich ein kurzes Video auf (von nicht einmal zwei Minuten), um auf den Zusammenhang zwischen dem Inneren Kritiker und der Klangqualität aufmerksam zu machen. Dieses Video hat fast 10.000 Aufrufe (ist das nicht cool??) und auf dieses Video bekam ich sehr viele positive Rückmeldungen.


Das Online Flow-Seminar wird zu meinem neuen Resonanzlehre-Seminar

Beim Webinar vom 18. Februar machte ich ein Angebot zu meinem neuen Online Flow-Seminar – als Ersatz für mein 3-tägiges Retreat in der Pfalz war es ein Onlinekurs von 8 Wochen geworden. Ich fand, je mehr Zeit sich Teilnehmer:innen mit den Inhalten beschäftigen konnten, desto mehr konnten sie davon profitieren. Denn sie hatten auf einmal deutlich mehr Zeit als drei Tage, um sie anzuwenden, konnte zwischendurch immer wieder Fragen stellen. So war das dann auch: 16 Teilnehmer:innen meldeten sich an zum ersten Online Flow-Seminar, vor Frau C, das heißt, sie alle hatten einen gewissen abenteuerlichen Spirit und waren bereit, sich auf Neues mit mir einzulassen. Für mich war das ebenfalls neu: Obwohl ich schon Erfahrungen mit Online Unterrichten gesammelt hatte und wusste, dass ich meine Resonanzlehre-Arbeit gut auf ein Online Format umstellen konnte, war dieser Kurs meine erste Erfahrung, eine Gruppe Online zu leiten. Es war einfach toll, muss ich sagen, denn ich stellte gleich bei der ersten Gruppenstunde fest: Meine offline Kurse lassen sich sehr wohl auf ein online Format übertragen! Ich fühlte Erleichterung und Freude, so eine große Freude. Alle meine Learnings aus dieser ersten Runde erläutere ich im Blogartikel Acht überraschende Erkenntnisse aus dem ersten Online Flow-Seminar.

Ich hatte beschlossen, dass der wichtigste Teil des Online Flow-Seminars war, den Teilnehmer:innen die Körperübungen der Resonanzlehre in Form von Videos zur Verfügung zu stellen. Win-win für alle: Ich konnte die Gruppenstunden mehr Zeit dafür verwenden, mich auf die Fragen der Teilnehmer:innen und auf die Einzelstunden zu konzentrieren. Die Teilnehmer:innen wiederum hatten ein Tool bekommen, mit dem sie gemeinsam mit mir diese Übungen täglich ausführen konnten.

Für diese Videos heuerte ich Ludwig Linnekogel an, der mir in Sigruns Gruppe empfohlen wurde. Das Ganze war etwas Holterdipolter, es ging alles innerhalb von 2 Wochen über die Bühne, vom ersten Kontakt an, bis die Videos aufgenommen waren. Dafür muss ich an der Stelle die absolute Sportlichkeit von Ludwig loben. Er reiste Anfang Februar mit seinem Assistenten in Berlin an, und wir drehten die Videos tatsächlich in meinem eigenen Arbeitszimmer – es war schlicht unmöglich geworden, in der kurzen Zeit einen Raum in Berlin aufzutreiben. Alles war ausgebucht auf Monate hinaus.

Für eine erste gemeinsame Video-Aufnahme-Erfahrung hatten Ludwig und ich eine steile Lernkurve. Ursprünglich dachte ich, diese Videos dauern zwei Mal 20 Minuten, weil es jeweils ca. 20 Minuten dauert, einen Set der Körperübungen der Resonanzlehre im Stehen und einen Set im Sitzen auszuführen. Ziemlich schnell wurde jedoch klar: diese Videos werden jeweils 45 Minuten 😱. Daher beschlossen wir, sie aufzuteilen in jeweils zwei Teile, und die Finger- und die Zehenübungen als separates Video herauszugeben. Damit wurden es sieben Videos von 3 bis 19 Minuten.


So hat Frau C im Jahr 2020 mein Leben und mein Unternehmen verändert

Was waren das für Zeiten, in denen wir einfach so ins Konzert gehen konnten! Das einzige Live-Konzert, in dem ich 2020 war, war vom Gerhard Quartett, über die ich in meinem Blog und auch in meinem Buch geschrieben habe. Ich vermisse sehr den Kontakt zur Livemusik, das Hören im Moment, das Erleben der Emotion. Mir tut auch in der Seele weh, wie viele Künstler:innen nun ums Überleben kämpfen – wo sie schon längst den einen Kampf gewonnen hatten, der es bedeutet, sich zu etablieren.

So sehr ich vor Ankunft von Frau C das Reisen vermeiden wollte, freute ich mich natürlich weiterhin über Einladungen für Fortbildungen. Eine dieser Fortbildungen sollte am 7. März in Ellwangen stattfinden. Diese wurde 24 Stunden vorher abgesagt, beziehungsweise auf den Oktober verschoben. Ich beschloss, Anfang März trotz allem nach Ellwangen zu reisen, um die Einzelcoachings zu geben, die neben der Fortbildung geplant waren. Ich war im Nachhinein froh, doch noch etwas Einkommen dadurch gerettet zu haben, denn auch ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte.

Im Oktober reiste ich dann erneut nach Ellwangen, um die Fortbildung für den Verband der Musikschulen Ostwürttemberg nachzuholen. Das Thema: »Unterrichtsflow – wie Schüler:innen musikalisch selbstständiger werden«. Dieses Thema habe ich später in meinem Buch aufgegriffen und als exklusiven Fachartikel herausgegeben.

So waren die einzigen beiden Reisen im Jahr 2020 nach Ellwangen, mit der Bahn. 2020 bin ich nicht geflogen – mein Körper bedankt sich, aber meine Seele leidet schon sehr darunter. Das musste ich mir in den letzten Wochen des Jahres 2020 eingestehen: Reisen belebt meine Sinne und meine Kreativität – und ich möchte 2021 wieder reisen, alleine meiner Kreativität zuliebe. Zudem noch habe ich 2020 keinen Fuß auf spanischen Boden gesetzt – und das ist ein erstes Mal in meinem Leben. Ich habe noch nie mein Land so sehnsüchtig vermisst wie dieses Jahr.

Da ich bereits mein Onlinebusiness etabliert hatte seit 2019, war ich 2020 gut aufgestellt für die Ankunft von Frau C. Das war ein großes Glück, und auch besonders, zu sehen, wie meine Coach Sigrun auf die Krise reagierte, die ihrerseits eine große Business-Konferenz in Island absagen und auf 2021 verschieben musste. Die Art und Weise, wie sie die Sache anging, inspirierte mich – und dadurch änderte sich auch meine eigene Einstellung zu mir selbst und zu meinem Unternehmen. Ich sah die Situation als eine Chance, andere zu inspirieren und ihnen Mut zu machen, in diesem Fall den Musiker:innen, die für einen Augenblick nicht wussten, wie sie auf die Krise reagieren sollten. So entstand auch der Impuls für meine Facebook-Gruppe: Die HERZLICHE Support-Gruppe für Berufsmusiker:innen.

Durch das Abstand Halten und die verringerung der sozialen Kontakte verringerte sich mit einem Schlag mein Menschenradius, als der erste Lockdown ausgerufen wurde. Ich arbeite zumeist online, das bedeutet, ich habe keine Kontakte zum Arbeiten, fürs Gute und fürs Schlechte. Im April wurde es sehr einsam bei mir. Jeden Tag zu Hause zu arbeiten und abends nicht den Ausgleich zu haben, sich mit Freunden treffen zu können oder einfach mal ins Kino oder etwas essen zu gehen war schwierig für mich. Zum Glück hatte ich Anfang Mai die Eingebung, mich mit meinen Nachbarn, die zwei Straßen weiter weg wohnen, mit zu isolieren. Darüber habe ich auf meinem Blog geschrieben, »Einmal die Woche bin ich in Ischgl«. Damit hatte ich eine Kuschelfamilie zum Ankommen und ein Teil von mir konnte sich entspannen.


Neue Kurse: InnerFlow, Wertvoll Workshop, Videos der Körperübungen der Resonanzlehre

Im Jahr 2020 habe ich nicht nur das Flow-Seminar herausgegeben, ich habe insgesamt fünf neue Onlinekurse herausgebracht: zum Beispiel mein neues Frau-C-Angebot InnerFlow, das im April und Mai zum ersten Mal stattfand. InnerFlow entstand ursprünglich aus Berichten von Musikerkolleg:innen heraus, die mehr Zeit zum Üben haben wollten. Da ich wegen meiner Schlafstörung in den vergangenen Jahren lernen musste, mit wenig Zeit viel zu erreichen, entschied ich mich dazu, im ersten Lockdown den InnerFlow Kurs anzubieten. Dieser Kurs war ein Bonus für meine Flow-Seminar Teilnehmer:innen der ersten Runde. Er ging über sechs Wochen und entpuppte sich als die perfekte Ergänzung zum Flow-Seminar – dadurch beschloss ich im Herbst, den Kurs InnerFlow ebenfalls als einen Bonus für die Flow-Seminar Teilnehmer:innen anzubieten. Nun findet InnerFlow zum zweiten Mal im Januar-Februar 2021 statt, komplett neu überarbeitet und mit bereits 39 angemeldeten Teilnehmer:innen.

Ein weiterer neuer Kurs war der Wertvoll Workshop, ebenfalls ein Angebot mit Ursprung mit Frau C im Hintergrund. Dort geht es darum, wie man seinen eigenen Wert in den Augen der Auftraggeber sichtbar macht – denn Musiker:innen wissen wohl, dass sie wertvolle Arbeit leisten, doch sie sind in der Regel gleichzeitig schlecht darin, sich zu verkaufen (Bitte nicht kotzen beim Lesen dieses Wortes »verkaufen«! Verkaufen kann etwas sehr Schönes sein, wenn die andere Person genau das sucht, was wir anbieten). Jedenfalls ist nun der Wertvoll Workshop eines meiner Selbstlernkurse geworden, mit begeisterten Rückmeldungen der Teilnehmer:innen.

Wie oben schon erwähnt, habe ich 2020 die Klangbewegungen der Resonanzlehre im Stehen und im Sitzen als Videokurs herausgebracht. Auch diese wurden mit Begeisterung empfangen, und nun gibt es viele Musiker:innen, die diese Übungen täglich ausführen.

Zum neuen Flow-Seminar habe ich die Bodenübungen der Resonanzlehre auf Video aufgenommen und damit macht es fünf Onlinekurse. Die Videos der Bodenübungen der Resonanzlehre gibt es nur bei Anmeldung zum Flow-Seminar, denn Voraussetzung für diese Übungen ist es, dass man die Klangbewegungen (sprich: Teil 1 der Körperarbeit der Resonanzlehre) gut kennt.

Mein Freebie »Fünf Wege zum Flow« bekam dieses Jahr ein neues Gesicht und ich schaltete erste Anzeigen auf Facebook damit. Insgesamt haben sich 385 Musiker:innen dieses kostenlose PDF heruntergeladen, in dem ich fünf kreative Übestrategien erläutere und eine praktische Einführung in die Resonanzlehre gebe.

Wenn ich auf den Anfang des Jahres zurückblicke, ist es einfach unglaublich, was Fokus in einem Jahr bewirken kann.


Die zweite Runde des Flow-Seminars im Herbst ist ein Erfolg

Im August gab ich mein viertes und bisher größtes Webinar. Dazu hatten sich ca. 750 Menschen angemeldet; live auf Zoom erschienen 350. Ich konnte es kaum fassen, es war auch eine richtig lustige Zeit – im Anschluss daran bot ich mein Flow-Seminar in der zweiten Runde an und es meldeten sich 55 Musiker:innen an – das hatte ich wahrhaftig nicht kommen sehen. Ich musste neue Slots anbieten, um die Gruppen unterzubekommen. Die Terminfindung dauerte eine ganze Weile – bis schließlich insgesamt 4 Gruppen gebildet wurden. Ich wollte allen Teilnehmer:innen dieselbe intime Erfahrung bieten wie vorher im Flow-Seminar der ersten Runde. Es gelang mir, in allen Gruppen eine Mischung aus Profis und Laien herzustellen, aus verschiedenen Instrumentalgruppen (in der zweiten Runde des Flow-Seminars hatte ich neuerdings 16 Sänger:innen) und auch aus verschiedenen Stilen. Die Gruppen waren dadurch gut ausgewogen und wurden, durch die wertschätzenden Interaktionen und den Mut, sich zu zeigen, zu einer richtigen Ressourcen für die Teilnehmer:innen.

Und ich bin zutiefst glücklich, mit so vielen spannenden Musiker:innen gearbeitet zu haben. Das Vertrauen, das mir die Teilnehmer:innen des Flow-Seminars entgegenbrachten, ehrt mich sehr, und nur durch ihren Mut, sich zu zeigen mit ihren Herausforderungen, konnten sie einen großen Schritt weiter gehen. Den Vertrauensraum kreierten wir alle gemeinsam, und so viele von ihnen hatten einen wahren Durchbruch während und nach dem Seminar.

Neu bei dieser Runde des Flow-Seminars im Herbst waren die Videos der Bodenübungen der Resonanzlehre. Mitte August traf ich mich wieder mit Ludwig, um diese aufzunehmen. Diesmal konnte ich einen Raum mieten, Frau C sei gedankt, denn für diese Videos wäre mein Raum vollkommen ungeeignet gewesen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Qualiät der Aufnahme als auch des Tons ist deutlich besser. Deshalb überlege ich für 2021, ob ich nicht doch noch einmal die Übungen im Stehen und im Sitzen neu aufnehme.


Nicht ohne meinen Blog 😅

Schreiben ist schon seit einigen Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens, zum Beispiel in meinem Blog. Dort kann ich wichtige Themen besprechen, die mir am Herzen liegen und zu meiner Arbeit gehören. Eines davon war ein Artikel, den ich Ende Januar veröffentlicht habe: Warum Musiker nicht aufhören sollten, für sich selbst zu denken, wenn sie die Musikermedizin aufsuchen. Dieser Text lag mir seit Jahren auf der Zunge – insgesamt 4.000 Wörter, die ich in zwei Tagen niedergeschrieben habe, über meine Ansichten als Kollegin und Musikphysiologin (denn die Resonanzlehre ist angewandte Musikphysiologie) zur Lage der sogenannten Musikermedizin. Denn so vieles, was in diesem Bereich geforscht, diagnostiziert und therapiert wird, geht meines Erachtens leider an den realen Bedürfnissen der Musiker vorbei.

Andere beliebte Texte waren ein Artikel über Fünf Tipps, wie du als Musiker*in maximal vom Yoga profitierst und einen über kreativen Umgang mit dem Inneren Kritiker. Das Pendant zum Artikel über Musikermedizin habe ich auch geschrieben: Denn nicht nur die Mediziner müssen anfangen, sich bessere Fragen zu stellen, sondern auch wir selbst: als Filmbesprechung zum "Das Vorspiel – The Audition" (2020, mit Nina Hoss). Dieser Film hält uns Musiker:innen nämlich einen riesigen Spiegel vor. Er ist zwar überspitzt, jedoch ist das kein Ausnahmefall, was da beschrieben wird. Ich finde, nicht alles gilt im Namen der Exzellenz. Und es kann einfach nicht sein, dass Musik, die in sich pure Resonanz ist, Familien spaltet und die Menschen, die sie ausüben, krank macht, sowohl körperlich als auch mental: Wie mache Lehrer:innen an Musikgymnasien die mentale Gesundheit ihrer Schüler gefährden.


Ein Traum wird Realität: Ich bringe mein Buch heraus

2019 hatte ich das Konzept für mein Buch finalisiert – 2020 wollte ich es herausbringen. Eigentlich hatte ich mir das so gedacht, dass ich nach und nach alles mache, was dafür nötig ist, doch es war Ende August gekommen und ich hatte noch nichts Neues geschrieben für das Buch oder irgendwie weiter daran gearbeitet. Dann musste ich eine Entscheidung treffen: Entweder ich lasse ein weiteres Jahr vergehen oder ich mache mich ran und starte im September durch, dass das Buch vor Weihnachten fertig werden kann.

Ich entschied mich für das Zweite 😬

Und so begann ich, Interviews zu führen, um die Menschen zu finden, die mir helfen würden, mein Buch herauszubringen. Ich hatte wenig Zeit, daher musste ich mich darauf einlassen, eines meiner Mottos vollends auszuleben: »Jede Sache wird nur einmal angefasst«. Es musste also direkt klappen. Und ich hatte Glück. Alle Dienstleister:innen, die ich anfragte, sagten zu, das Projekt zu machen: angefangen bei der Illustratorin Clara Frühwirth, über meine Lektorin Monika Stolina und schließlich, auch der Gestalter Torben Abegg.

Diese Zusammenarbeit mit Torben war einer der glücklichsten des Jahres und, überhaupt, meines Lebens. Ich schielte schon seit 1,5 Jahren auf seine Webseite, weil ich seine Arbeit so gut fand. Kennengelernt hatten wir uns bei einem Seminar von Seth Godin, und ich hatte immer gedacht: Irgendwann kann ich dann auch mal mit Torben zusammen arbeiten. Diesen fragte ich aus einem eher spontanem Einfall heraus, weil ich ihn eigentlich für ein kleineres Projekt anfragen wollte. Dann saßen wir im Call und es rutschte aus mir heraus: Ob er sich vorstellen könnte, das Buch zu gestalten, sodass es kein Buch, sondern ein richtiges Erlebnis wird? Er war sofort bei der Sache. Er verstand sofort, was ich im Sinn hatte und hatte richtig Lust auf das Projekt.

Zuende Schreiben musste ich das Buch aber noch. Ich hatte, von den 42 Texten, die es letztendlich ins Buch schafften, insgesamt 31 davon bereits veröffentlicht und 11 davon komplett neu geschrieben. Ein Viertel der Texte gab es also noch nicht, und die bestehenden brauchten alle eine Überarbeitung. Ich sah keinen anderen Ausweg, als direkt nach meiner Rückkehr aus Ellwangen im Oktober, vom nachgeholten Workshop, mich in ein Hotel einzuquartieren, dass ich ungestört und konzentriert arbeiten konnte. Das war eine wirklich schöne Zeit für mich. Ich hatte eine ganze Woche, in der die neuen Texte entstanden und ich auch das gesamte Konzept des Buches überarbeitete. In diesen Tagen entschied ich, zu jedem Kapitel nicht nur eine Kernillustration hinzuzufügen, sondern auch ein Kernzitat. Zudem noch fügte ich ein Kernzität an den Anfang des Buches, der das Spirit verdeutlichte, welches ich hier im Buch aufleben lassen wollte: dass Musik etwas ist, für das es wert ist, weiterzugehen.

Den Titel (»Alles im Flow? Die Kunst, ein musikalisches Leben zu führen«) fand ich relativ spät im Prozess, etwa Anfang Oktober. Bisschen knapp, wenn man bedenkt, dass der Drucktermin auf den 9. November angedacht war. Ich war also zu diesem Projekt splitterfasernackt erschienen und lief schnurstracks ins kalte Wasser. Am Ende fand sich alles – denn so ist es immer: Die Dinge dauern so lange, wie man ihnen Zeit gibt. Ich weiß nicht, ob dieses Buch besser geworden wäre, wenn ich sechs anstatt drei Monate gehabt hätte. Für mein Arbeitspensum wäre es auf jeden Fall besser geworden, ich hätte auch mehr Zeit gehabt, es ordentlich zu vermarkten. So war ich bis Mitte November quasi in jeder freien Minute damit beschäftigt, den Text besser zu machen. Denn wofür so viel Geld investieren in Gestaltung und Illustrationen, wenn hinterher doch der Text solala ist?? Das wollte ich auf keinen Fall. Nur litt dann die Vermarktung darunter...


Parallel zum Prozess des Schreibens und der gleichzeitigen Buchgestaltung setzte ich meinen Shop auf und das Crowdfunding zum Buch – denn eines war sicher, ich hatte viel Mehrwert zu bieten neben dem Buch und ich wollte es den Leuten so leicht wie möglich machen, das Buch zu kaufen. Also bot ich Plätze für meine Kurse an, ich bot Mengenrabatt an. Nach 14 Tagen hatte ich über 760 Exemplare des Buches vorverkauft – und das, obwohl wir mitten im zweiten Lockdown angekommen waren und ich wirklich kaum Zeit hatte, das Buch zu vermarkten. Meine Community unterstützte mich so dermaßen großzügig, teilte Posts auf Facebook, empfahl Menschen, sich das Buch anzuschauen. So konnte ich mein zweites Crowdfunding Ziel erreichen: Die Illustrationen des Buchs als Postkarten zu drucken und jede:r Besteller:in mit dem Buch zukommen zu lassen.

Als die Postkarten bei mir ankamen, war das so ein schönes Gefühl... sie waren am Dienstag, den 8.12. da... Ich weiß noch, dass ich dachte, als ich sie sah: »Ich habe noch nie so etwas so Schönes gemacht...« 😍

Und bereits am folgenden Tag waren die Bücher da. 1.000 Stück, auf Europalette abgesetzt. Eine halbe Tonne Buch, vor meiner Haustür.

Auch das ist unbeschreiblich, das Gefühl, mein eigenes Buch in der Hand zu halten. Musik, das ist schwingende Luft, die kann nicht angefasst werden. Und eine CD habe ich nicht. So war das daher doppelt aufregend, zu sehen, wie die eigene Arbeit sich in diesem Herzensprojekt materialisiert hat und von nun an von anderen Menschen gelesen, verschenkt und geherzt werden kann.

Danke von Herzen an dieser Stelle an diejenigen, die mich im Crowdfunding mit ihrer Bestellung unterstützt haben! Danke an denen, die mir geholfen haben, es liebevoll zu verpacken und auf seinen Weg zu schicken! Danke allen, die sich zu dem Buch gemeldet und ihren Dank und ihre Wertschätzung ausgedrückt haben! Danke für die vielen begeisterten Rückmeldungen auf Instagram und Facebook. Es tut so gut zu sehen, dass es tatsächlich einen Bedarf gibt für dieses Buch – dass es dieses Buch noch nicht gab und jetzt vielen Musiker:innen durch diese schwierige Zeit hilft. ❤️

»Wie kann ich dein Buch bestellen?«

Zur Zeit sind noch Restexemplare des Buches verfügbar. Um das Buch zu erwerben, gehe zu www.mariabusque.net/buch und klicke auf den Kasten mit der Überschrift "Ein Buch". Lege diesen dann in den Warenkorb (automatisch passiert das leider nicht, einfach ein klein wenig runter scrollen). Du kannst per Kreditkarte, per Sofortüberweisung oder per PayPal bezahlen. Vielen herzlichen Dank!🙏🏻




Mein 2020 in Zahlen

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben können nicht gezählt werden. Das sage ich auch in meinem Buch. 🤓 Ich werde aber versuchen, mithilfe von Zahlen einen Eindruck zu geben, was dieses Jahr für mich gewesen ist.

Abonnenten zum »Flowletter« hatte ich zu Anfang des Jahres 711. Zum Ende des Jahres 2020 sind es 1.681 Leser:innen geworden. Dieses Jahr habe ich das erste Mal Facebook Anzeigen geschaltet, und Webinare gegeben; und das war es, was letztendlich die vielen neuen Leser:innen auf mich hat aufmerksam werden lassen.

Neue Onlinekurse: 5 (Flow-Seminar, InnerFlow, Wertvoll Workshop, die Klangbewegungen der Resonanzlehre, die Bodenübungen der Resonanzlehre)

Teilnehmer:innen in meinen Kursen: Das Flow-Seminar in der erste Runde hatte 16 Teilnehmer:innen, in der zweiten Runde waren es 55. Bei der ersten Ausgabe von InnerFlow meldeten sich 6 Teilnehmer:innen neu an, die anderen 13 kamen aus dem ersten Flow-Seminar. Zum Wertvoll Workshop meldeten sich insgesamt 41 Teilnehmer:innen an, zu den Klangbewegungen der Resonanzlehre 58 Teilnehmer:innen. 12 Mal meldeten sich Musiker:innen zu den Bodenübungen an. Insgesamt also waren dieses Jahr 187 Musiker:innen in einem meiner selbst organisierten Onlinekurse.

Neue Texte, die ich geschrieben habe: Neue Blogartikel 15, neue Texte für das Buch: 11; gesendete »Flowletter«: ca. 200 E-Mails (!!). Schätzungsweise muss ich dieses Jahr ca. 50.000 Wörter geschrieben haben. (Also ein weiteres Buch 😅)

Reisen: 2 (beide Male nach Ellwangen)

Veröffentlichte Bücher: 1 (Okay, ich weiß, aber ich kann nicht anders, es ist soo schön!! 😅)



Ausblick auf 2021

Ich werde oft gefragt, ob ich denn offline Kurse gebe. Die Antwort ist Ja. Ich lasse mich gerne einladen für Fortbildungen vor Ort; ich selbst werde 2021 keine eigenen offline Kurse organisieren. Ich bleibe bei den Onlinekursen, da diese für mich besser planbar sind (angesichts der Situation sowieso) und auch besser zu meinem Lebensentwurf passen.

Was sich 2021 definitiv ändert ist die Umstellung auf eine digitale Platform, um meinen Kalender und meine To-Dos und die meines Teams zu organisieren. Bullet Journal ist für mich nicht mehr effizient; ich sammle jeden Tag Ideen aber finde keinen Weg, diese auch vernünftig umzusetzen, dass sie auch anderen Menschen, beispielsweise über meinen Blog zugute kommen können. Daher stelle ich ab Januar mein komplettes System auf Notion um. Das ist ein großartiges und vielseitiges Tool, mit dem ich bereits das Herbst Flow-Seminar organisiert hatte und es hat sich bewährt. Ich möchte komplett auf Notion umsteigen.

Reisen werde ich 2021 wieder und ich freue mich schon, im Juni nach Island auf die Business-Konferenz von Sigrun zu gehen und danach ein wenig Zeit dort zu verbringen. Ich möchte mir auch mehr Auszeiten in der Natur geben; seit dem zweiten Lockdown sind touristische Reisen untersagt, von daher kann ich es kaum erwarten, einen meiner ersehnten Quellen des Ausgleichs wieder zu haben.

Mit Bleistift habe ich mir eingetragen, dass es schön wäre, die Videos der Körperübungen im Stehen und im Sitzen 2021 neu zu produzieren. Vielleicht kommen auch andere Dinge dazwischen, weil es einfach auch wichtigere Dinge gibt. Das Priorisieren fällt mir immer leichter (nur so habe ich so viel geschafft in diesem Jahr).

Letztes Jahr hatte ich anvisiert, einen Podcast herauszubringen; doch in dem Konzept, das ich dafür habe, hat es in dieses Jahr nicht mehr reingepasst. Eventuell produziere ich es dann im nächsten Jahr. Was ich auf jeden Fall versuchen werde, ist, dass mein Buch 2021 von einem Verlag herausgebracht wird. Alleine dafür, wie viel Arbeit es war (das Schreiben war wirklich das Wenigste!), lohnt es sich wirklich, dass »die bösen Verlage« diese ab jetzt übernehmen und Geld dafür kassieren.

Neue Kurse gebe ich 2021 auch: am 18. Januar starte ich mit InnerFlow (dafür findet am 9. Januar ein vorbereitender Planungsworkshop für Musiker:innen statt); im März beginnt mein brandneuer Kurs über das Unterrichten und die Arbeit mit Schüler:innen, mit Titel Unterrichtsflow. Zu diesem Kurs sind bereits 28 Musiker:innen angemeldet, und er geht über 12 Wochen. Alle Infos gebe ich im »Flowletter« bekannt, wenn es soweit ist. Drei weitere kleinere Kurse sind in Planung, zu denen werde ich auch im »Flowletter« etwas sagen, wenn es soweit ist. Diese Kurse finden alle bis Mitte Juni statt. Und dann beginnt im August wieder das Flow-Seminar, dem ersten (und einzigen) online Resonanzlehre-Kurs für Musiker:innen. Du kannst dich hier für die Warteliste für das Flow-Seminar unverbindlich registrieren.

Vielen Dank fürs Lesen bis hierhin! Es war ein regelrechter Sprint, diesen Bericht zu schreiben. Wenn du dich für meine Kurse oder für meine Arbeit im Allgemeinen interessierst, melde dich doch gerne im »Flowletter« an. Dort schicke ich meine allerbesten Texte zuerst hin (und die eine oder andere Sache, über die ich nur im »Flowletter« schreibe ...). Hier kannst du dich für den »Flowletter« anmelden.

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